• Esperanto auf Müritz-Tour

    Esperanto an der Schleuse Grütz

    Das Motorboot Esperanto wartet vor einer Schleuse an der Havel (Bild bitte anklicken zum vergrößern)

     

    Das Motorboot "Esperanto" ist nach einer dreiwöchigen Tour durch die Mecklenburgischen Seenlandschaft wieder in seinen Heimathafen Werder/Havel zurückgekehrt. Es liegt wieder die Woche über am Steg vom Bootshaus Ditze

    Zwischen dem ..Juni und dem 10. Juli 2009 kam die Maschine auf ??? Betriebsstunden. Dabei wurden etwa ?? l Diesel verbraucht. Die Fahrt ging von Werder die Havel hinunter über Brandburg ][, Rathenow ][ und Havelberg ][ zur Elbe. In Wittenberge war erstmal Pause. Dann weiter nach Dömitz und auf der Mürtiz-Elde-Wasserstraße bis Plau, Malchow und schließlich Waren/Müritz. Zurück über Rechlin, den Müritz-Havel-Kanal zur Havel und nach einem Abstecher nach Templin wieder nach Hause.

  • Esperanto (Motorboot) wieder flott

    Esperanto macht wieder die Berliner und Brandenburger Gewässer unsicher.

    Nach einer Winterpause, bei der das Motorboot "Esperanto" in Werder/Havel vom Packeis eingeschlossen wurde, ist der Kahn wieder flott und die Dieseltanks sind gefüllt.

    Motorboato Esperanto

    An Himmelfahrt fand die erste größere Ausfahrt statt. Es ging auf den Spuren von Theodor Fontane in die Gewässer südöstlich von Berlin. In seinen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" erwähnt Fontane eine Einladung, die Umgebung ausnahmsweise auf einem Segelboot zu erkunden:

    • Am 6. abends war ich in Köpenick. Ich hatte die Wahl, ob ich von der Land- oder Wasserseite her an Bord gehen wollte, entschied mich aber für letzteres. Alle Dinge haben ihr Gesetz. Wer zu einer Parforcejagd geladen ist, muß in einem roten Frack kommen oder wegbleiben. Also zu Wasser. Ein Boot führte mich um die Schloßinsel herum bis an die Ankerbucht, in der die »Sphinx« still und friedlich unter einem Dach weit vorgestreckter Ulmenzweige lag. Ein leiser Rauch stieg anheimelnd aus ihrem Küchenschornstein auf. Nach kurzem Anruf faßte ich eines der zwischen Mast und Schiffswandung straff ausgespannten Taue und kletterte die Stufen, bloße angenagelte Brettstücke, hinauf. Ich fand die Reisegesellschaft bereits versammelt.

    Die Esperanto war am Abend vor Himmelfahrt an bewußter Stelle in Köpenick, aber es war leider keine Gelegenheit zum Einladen von Proviant, wie es Fontane schildert:

    • Durch welche Gegenden mußten wir kommen, um zu solchen Vorsichtsmaßregeln gezwungen zu sein! Es wurden eingeschifft: 120 Flaschen Tivolibier, 120 Flaschen Sodawasser, 30 Flaschen [62] Bordeaux, 3 Filets, 2 Schock Eier, 1 Butterfaß, 1 Zuckerhut, 1 Baumkuchen, 6 Flaschen Scharlachberger und 1 Dutzend Flaschen Champagner. Mehr noch als diese durch Zahl oder Gewicht bemerkenswerten Quantitäten imponierte mir die Liste »Kleinigkeiten«; sie füllte einen halben Bogen und wies über hundert Nummern auf. Ich zitiere daraus nur folgendes: eine Muskatnuß, ein kleines Reibeisen dazu, Salbeiblätter um Aal und Dilldolden um Schlei zu kochen. Alle diese Dinge, groß oder klein, verschwanden ohne Schwierigkeit in dem Rumpf des Schiffes; die Butter, das Fleisch erhielten ihren Platz auf großen Eisblöcken, und eh' eine halbe Stunde um war, war auch die letzte Flasche »gestaut«.

    Wir hatten uns im Supermarkt mit Dosen eingedeckt, der Kühlschrank funktionierte und ansonsten hofften wir darauf, daß die Gegend nicht gänzlich ohne Zivilisation sein werde. Im Schein der Abensonne ging es die Regattastrecke entlang gen Süden. Die Schmöckwitzer Brücke mußte für uns nicht angehoben werden

    • Wir waren inzwischen bis in unmittelbare Nähe der Schmöckwitzer Brücke gekommen. Kapitän Backhusen gab ein Zeichen mit Horn und Sprachrohr, und gleich darauf, während die halbe Dorfjugend hinzudrängte, hob sich eine der Brückenklappen und gestattete uns, unter Salut und Zoll, die Einfahrt aus dem Seddinsee in den Zeuthenersee zu machen. Unsere erste Station war erreicht: Schmöckwitz. Die »Sphinx« legte an, wir stiegen ans Ufer, um auf eine halbe Stunde wieder terra firma unter den Füßen zu haben.

    Aber auch mit dem Anlegen in Schmöckwitz war es nichts: Der öffentliche Anleger, wo man kostenlos eine Nacht verbringen dürfte, wies nur einen Tiefgang von 0,7 m auf. Zu flach für die "Esperanto" Also Ankern auf dem Wasser des Zeuthener Sees, wo Fontane noch "Hankels Ablage" verortet hatte.

    • Eine Viertelstunde später waren wir wieder an Bord der »Sphinx« und fuhren nun, unseren Kurs wechselnd, auf die Südspitze des Zeuthenersees zu. Auch hier noch ist der Segelklub zu Haus, dessen anwesende Mitglieder nicht ermangelten, mir »Hankels Ablage«, »Haches Gruß«, den »Gingang-Berg« und ähnlich wunderlich benannte Punkte vorzustellen. Aber der Zeuthenersee ist doch schon Vorterrain; die Villen hören auf, der Einfluß der Hauptstadt schwindet und die eigentliche »Wendei« beginnt. Die Ufer still und einförmig. Nur dann und wann ein Gehöft, das sein Strohdach unter Eichen versteckt; dahinter ein Birkicht, ein zweites und drittes, kulissenartig in die Landschaft gestellt. Am Horizonte der schwarze Strich eines Kiefernwaldes. Sonst nichts als Rohr und Wiese und ein schmaler Gerstenstreifen [75] dazwischen; ein Habichtpaar in Lüften, das im Spiel sich jagt; von Zeit zu Zeit ein Angler, der von seinem Boot oder einem halbverfallenen Steg aus die Schnur ins Wasser wirft. Wenig Menschen, noch weniger Geschichte

    Nicht kreuzend, wie Fontanes Segler, sondern auf gerader Linie ging es am nächsten Tag gen Süden, an Königs-Wusterhausen vorbei, das Fontane bei dieser Gelegenheit nur kurz erwähnt, aber an anderer Stelle ausführlich beschrieben hat. Nächster Stopp die Schleuse Neue Mühle.

    Hier macht sich der Feiertag bemerkbar. An der Sportboot-Wartestelle herrscht ein dichtes Gedränge von Sportbooten aller Größen. Beim 2. Mal kommen wir mit durch. Fontane erwähnt die Schleuse nicht, die hier seit 1696 gibt und die 1868 auf die heutige Größe ausgebaut wurde. Mit 38,93 Meter einen Tick zu kurz für das Finowmaß von 40,2 Meter.

    • Dann fuhren wir in die Neumühler-Schmalung ein, die den Zeuthenersee mit dem Krüpelsee verbindet, endlich aus dieser Schmalung in den Krüpelsee selbst.

    Auf dem See wurde von der "Esperanto" der Anker geworfen und ein Mittagsmahl bereitet. Dann ging es weiter die Dahme-Wasserstraße entlang, die hier aus Seen und Flußstücken besteht.

    • Die Landschaftsbilder blieben dieselben und wechselten erst, als wir, bei Dorf Cablow, aus der bis dahin befahrenen Seenkette der wendischen Spree in diese selbst gelangten. Nicht viel breiter als ein Torfgraben, zieht sie hier die Grenze zwischen dem Teltowschen und dem Beskow-Storkowschen Kreis, bis sie, nach einer Wegstrecke von kaum einer Meile, bei dem Dorfe Gussow abermals zu einem See sich breitet, dem Dolgensee.

    Ich weiß nicht, wie breit zu Fontanes Zeiten ein Torfgraben war, aber auf der Dahme ist reichlich Platz. Selbst Passagierschiffe verkehren hier. Fontanes Yacht hat in Dolgenbrod die Nacht verbracht, wir fahren ungerührt an dieser historischen Stelle vorbei und lassen km 24,90 die „Abzweigung der Storkower Gewässer“ links liegen. Bei km 26,00 ist die „Abzweigung der Teupitzer Gewässer“. Dort liegt Prieros und die Dahme wird zur „Landeswasserstraße Brandenburg“.

    • Schon vor sechs Uhr war die »Sphinx« unter Segel. Aber der Wind ließ bald nach, so daß wir froh waren, inmitten einer eben zu passierenden Schmalung die großen Stoßruder benutzen zu können. Wir schoben uns nur noch von der Stelle. Dies dauerte Stunden. Erst bei Prierosbrück machte sich der Wind wieder auf und trieb uns nun in die »Schmölte« hinein, einen buchtenreichen, durch Schiebungen und Waldkulissen ausgezeichneten See, der, zugleich mit dem ihm anliegenden Duberow-Forst (gemeinhin kurz »die Duberow« geheißen) den inneren Zirkel der Wusterhausener Herrschaft, dieses großen, an die dreizehn Quadratmeilen umfassenden, und namentlich während der Regierungszeit Friedrich Wilhelms I. aus adligen Gütern der Schlieben, Oppen und Schenken von Teupitz zusammengekauften Jagdreviers bildet.

    Unser kräftiger Dieselmotor bewegte uns zuverlässig durch die Seen, die beweitem nicht mehr so einsam und weltabgewandt sind, wie zu Fontanes Zeiten. Für ein feudales Nachtmahl blieb keine Zeit.

    • Der Tisch war unter einer ausgespannten Leinwand gedeckt; der weißeste Damast, das blinkendste Silber lachten uns entgegen. Selbst an Tafelaufsätzen gebrach es nicht. Neben dem großen Köpenicker Baumkuchen paradierten zwei prächtige, in hundert Blüten stehende Heidekrautbüschel, die Mudy, samt dem Erdreich, ausgeschnitten und in zwei reliefgeschmückte Weinkühler eingesetzt hatte. Aber Größeres war uns vorbehalten, was sich erst offenbaren sollte, als die Reihe der vorschriftsmäßigen Gänge, unter denen sich besonders das Fischgericht »Schlei mit Dill« auszeichnete, beendet war.

    Es blieb uns auch erspart im Schlamm stecken zu bleiben. Wir hielten uns präzise an das ausgetonnte Fahrwasser.

    • Kaum in den Hölzernen See, nomen et omen, eingefahren, so saßen wir fest. Aber die Führung unseres Schiffs hätte nicht die sein müssen, die sie war, wenn sie sich in solchem Momente hätte ratlos erweisen sollen. Kapitän Backhusen, mit dem Tubus auslugend, erkannte hinter Schilf und Werft versteckt, in nicht allzuweiter Entfernung ein Brückenwärterhäuschen, an das jetzt Mudy, die Schiffsjolle herablassend, mit der Anfrage deputiert wurde, ob man bereit sei, unseren aus dicken Eisenplatten bestehenden Ballast auf zwei, drei Tage zu beherbergen. In kürzester Frist war die bejahende Antwort da, die großen Barren wanderten aus dem Rumpf in die Jolle und nach dreimaliger Fahrt zwischen Schiff und Zollhaus war unsere Sphinx wieder flott und frei.

    Dann trat ein weiteres Hindernis in Erscheinung, das Fontane verschweigt, das aber in jedem Revierführer klar zu erkennen ist: Die Zugbrücke von Groß Köris. Sie wird nur zur vollen Stunde für Schiffe geöffnet, die nicht drunter durchpassen. Eine Wartestelle ist eingerichtet, aber man soll die Privatgrundstücke nicht betreten. Damit entfällt eine genauere Besichtigung dieses technischen Denkmals, dessen Vorläufer schon 1749 aus Holz an dieser Stelle errichtet worden ist. Die heutige Brücke wurde 1958 gebaut und 1977 auf elektrischen Antrieb umgestellt.

    Zugbrücke Groß Köris

    Nach kurzem Aufenthalt hebt sich die Brücke und wir fahren durch den Zemminer und Schweriner See in den Teupitzer See ein. Ziemlich synchron mit Fontane, aber mit einem drohenden Unwetter im Nacken.

    • Es begann zu dunkeln, als wir, zwischen Groß- und Klein-Köris, in ein schwieriges, aus mehreren flachen Becken bestehendes Seegebiet einfuhren, das in seiner Gesamtheit den wenig klangvollen aber bezeichnenden Namen der »Moddersee« führt. Die Karten unterscheiden einen großen und kleinen. Das Wasser in diesen Becken stand nur etwa fußhoch über einem aus gelbgrünen Pflanzenstoffen bestehenden Untergrund, der so weich war, wie ein mit Hilfe von Reagenzien eben gefällter Niederschlag. Unser Schiff durchschnitt diese reizlosen, aber für die Wissenschaft der Torf-und Moorbildungen vielleicht nicht unwichtigen Wassertümpel, die vor uns, unaufgerüttelt, in smaragdner Klarheit, hinter uns in graugelber Trübe, wie ein Quirlbrei von Lehm und Humus lagen.

    Der auffrischende Wind, der Fontanes Crew vom Staken erlöste, machte uns Angst.

    • Der Wind setzte sich hinein und plötzlich, wie aufatmend, fuhren wir aus einem Gewirr von Tümpeln und Schmalungen, die wir während der letzten zwei Stunden zu passieren gehabt hatten, in ein imposantes und beinah haffartig wirkendes Wasserbecken ein. Nur in sehr unbestimmten Umrissen erkannten wir die Ufer. Nach links hin, in langer Linie, blitzten Lichter und spiegelten sich in dem dunkeln See. An Bord drängte alles zu neuer Tätigkeit. Leutnant Apitz, mit eigner Hand, feuerte den landeinwärts gerichteten Böller ab; Mudy, auf Befehl des Kapitäns, ließ eine Rakete in den Nachthimmel aufsteigen. In wenigen Minuten sahen wir unseren Zweck erreicht: Gestalten, hin- und herlaufend, sammelten sich an einer Stelle, die ein Landungsplatz, eine Anlegebrücke sein mochte. Stimmen klangen herüber. Gleich darauf fiel der Anker. Im Angesicht von Teupitz, dunkel und rätselvoll, lag die »Sphinx«.

    Wir haben darauf verzichtet den Anker zu werfen, was eine gute Idee war. Kurz vor dem Hafen Teupitz fing es wie aus Kübeln zu gießen und kaum daß das Schiff vertäut war, fing es an zu hageln.

    Es gabe wenig Lust auf ein frugales Mahl an Bord und Einheimische verrieten gerne, wo man noch gut essen könnte.

    Im Restaurant"Schenk zu Landsberg" beschlossen wir den Tag bei Wildragout, Hirschkeule und Bordeaux.

    Schenk zu Landsberg

    Eine Beschreibung des ersten Teils der Route gibt es auch beim Wasser- und Schiffahrtsamt Berlin mit weiteren Einzelheiten.

    Eine Familie hat mit dem Charterboot Pittiplatsch (Basis Fürstenwalde) die Gegend befahren und auch mit Fotos dokumentiert.<

  • Einweihung Zamenhofpark in Lichtenberg

    Es ist nun beschlossene Sache: Die feierliche Einweihung der Grünanlage zwischen Rosenthaler Straße und Marie-Curie-Allee im Berliner Bezirk Lichtenberg kann stattfinden.

    Donnerstag, den 23. Juli 2009 um 17:00

    Der "Zamenhofpark" liegt direkt neben dem "Esperanto-Haus" in der Einbecker Straße 36. Zum Bahnhof Lichtenberg sind es keine 10 Minuten zu Fuß.

    Die Namensgebung erfolgt auf der Grundlage eines Beschlusses der Bezirksverordnetenversammlung vom 20. November 2008, aber der Termin der feierlichen Einweihung wurde bewußt auf diesen späteren Zeitraum verlegt. Wenige Tage später beginnt in der polnischen Stadt Białystok [bʲaˈwɨstɔk] ein Esperanto-Weltkongress, der zum 150. Geburtstag in die Geburtsstadt des Begründers der internationalen Sprache Esperanto in seine Geburtsstadt gelegt wurde.

    Der 92. Esperanto-Weltkongress 2009 findet vom 25. Juli bis 1. August 2009 statt und es wird erwartet, daß er wegen der Magie des Ortes zu einem der größten Kongresse in der über 100. Jährigen Geschichte dieser Veranstaltungen wird.

    In Berlin erwartet man, daß viele Kongreßteilnehmer auf ihrem Weg nach Białystok in der deutschen Hauptstadt Station machen und an den Feierlichkeiten teilnehmen.

    Weitere Informationen bei:
    Esperanto-Verband Berlin-Brandenburg e.V.
    Einbecker Str. 36,
    D-10317 Berlin

    Pressesprecher:
    Roland Schnell
    Mobil: 0 160 / 71 12 247

    esperanto@berlin.de

     

     

  • Antanzen bei Vanselow

    100 Jahre nach seinem größten Triumph und 50 Jahre nach seinem Tod ist der Name von Karl Vanselow wieder in den Berliner Medien finden. Bis Ende Mai 2009 gibt es im "Verborgenen Museum" in Charlottenburg eine Ausstellung über die Tänzerin und Schauspielerin "Olga Desmond" zu deren Ruhm er nicht unmaßgeblich beigetragen hatte.


    Karl Vanselow 1909

    Karl Vanselow ist unter den Freunden der internationalen Sprache Esperanto vor allem als Poet und Übersetzer von Liedern und Gedichten bekannt. Nach einem wechselvollen Leben hatte er mit etwa 50 Jahren in kurzer Zeit Esperanto gelernt und sein ganzes Engagement in die Überzeugungsarbeit für diese Sprache gesteckt. Dabei konnte er an die Erfahrungen aus seiner Zeit als erfolgreicher Verleger und Manager von Olga Desmond anknüpfen. Die Kulturveranstaltungen, die er in der Nachkriegszeit in Berlin organisierte, orientierten sich formal und inhaltlich an dem, was er mit ungleich größerer Resonanz vor dem 1. Weltkrieg auf die Beine gestellt hatte.


    Im Frühjahr 1908 hatte er die Tänzerin Olga Desmond zu einem Casting für den geplanten "2. Schönheit-Abend" eingeladen. Mit dabei sein sollte auch sein Geschäftspartner und Freund, der Maler Hugo Höppener, der als "Fidus" ein populärer Künstler des "Jugendstil" war. Das Programm sollte im April durch "lebende Bildwerke" erweitert werden, mit denen Olga Desmond und ihre Truppe "The Seldoms" in London das Publikum begeistert hatten. Dabei bildeten wohlproportionierte Personen bekannte Statuen nach und waren dabei nur mit einem Minimum an Kleidung verhüllt, wie es den Vorbildern entsprach.

    Solange sich die Darsteller nicht bewegten, galt das als schicklich und so schloß sich der Vorhang jeweils für die Umgruppierung der Darsteller zum nächsten Bild. Vanselow kündigte aber für den Mai 1908 etwas Unerhörtes an. In einer geschlossenen Veranstaltung würde Olga Desmond unbekleidet tanzen. Nur mit einem Diadem und einem schmalen Metallgürtel angetan zeigte sie einen "Schwertertanz", was von einem Teil der Lokalpresse wohlwollend beschrieben wurde, wozu ihr ebenmäßiger Körper sicher viel beigetragen hat.

    Aber der Skandal war da und die Wächter der Sittlichkeit versuchten den Veranstaltern und Akteueren Steine in den Weg zu legen. Das ging bis zu einer Debatte im Preussischen Landtag, bei der am 13. Januar 1909 Olga Desmond und Karl Vanselow auf der Besuchertribüne sassen und die Aufmerksamkeit der Abgeordneten von den Rednern ablenkten.

    Die Show war auf Tournee gegangen und hatte in St. Petersburg, Wien und Paris gastiert. Olga Desmond konnte Monatsgagen erzielen, die das Mehrfache des Jahresgehalts eines einfachen Arbeiters betrugen. Trotz horrender Eintrittspreise waren die Aufführungen stets ausverkauft. Im Publikum fand man die bessere Gesellschaft, Adel, Offiziere, Parlamentarier, die Karl Vanselow damit auch für seine Printprodukte, vor allem die heute als "Lifestyle-Zeitschrift" eingestufte Monatszeitschrift "Die Schönheit" werben konnte. Die Angriffe der Sittlichkeitswächter aus dem ganzen Deutschen Reich nutzte er geschickt zur Propaganda und Absatzförderung über den Buchhandel aus.

    Offensichtlich hat sich Karl Vanselow damit nicht nur saniert, sondern konnte sich auch einen Lebenstraum erfüllen. Nachdem er vorher bei Fidus, dessen Werke er in seinen Zeitschriften reichlich eingsetzt hatte, um die Stundung von Honoraren bitten mußte, konnte er 1910 in eine feudale Villa nach Werder an der Havel umsiedeln, von wo er aus seine verlegerischen Aktivitäten in Berlin steuerte.

    Davon ist ihm nichts geblieben. Als er 1959 hochbetagt starb, lebte er von Sozialhilfe. Was ihm blieb, steckte er in die Propaganda für Esperanto und ahmte dabei die Techniken der Verkaufsförderung nach, mit denen er einst soviel Erfolg gehabt hatte. Allerdings war alles Nackte und Anrüchige so sehr aus seinem Umfeld verbannt, daß die Berliner Esperanto-Freunde nicht ahnten, welche bedeutende Persönlichkeit ihnen vergnügte Abende mit Musik und Rezitationen verschaffte.



    Die Tänzerin Olga Desmond - Ausstellung - DAS VERBORGENE MUSEUM

    Vom 26. März bis 29. Mai ist die Ausstellung, Die Tänzerin Olga Desmond - Preußens nackte Venus zu sehen. Die Ausstellung erinnert mit historischen Dokumenten, Werbeplakaten und Fotos an die 1964 in Berlin verstorbene Künstlerin.

    Die Tänzerin Olga Desmond/ Das verborgene Museum
    Öffnungzeiten nur während der Ausstellung
    Donnerstag und Freitag von 15:00 Uhr bis 19:00 Uhr
    Samstag und Sonntag von 12:00 Uhr bis 16:00 Uhr

    Adresse:
    Schlüterstraße 70
    10625 Berlin

    weitere Infos unter: www.dasverborgenemuseum.de

  • Esperanto Verband in Berlin angekommen

    Der Deutsche Esperanto-Bund eröffnet seine Geschäftstelle in der Hauptstadt

    An symbolträchtiger Stelle eröffnet der Deutsche Esperanto-Bund am Samstag, den 4. April 2009 sein Büro in der deutschen Hauptstadt. Die neue Adresse der Dachorganisation der deutschen Esperanto-Verbände befindet unmittelbar neben einer Grünanlage, die Ende 2008 durch einen Beschluss des Bezirksparlaments von Lichtenberg-Hohenschönhausen in "Zamenhofpark" umbenannt worden ist.
    Ludwig Lazarus Zamenhof, dessen 150. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird, hat schon als Gymnasiast die Grundlagen für eine leicht zu erlernende, internationale Sprache gelegt, die er aber erst nach Abschluß seines Medizinstudiums unter dem Pseudonym "Dr. Esperanto" veröffentlichen konnte.

    Auch beim Umzug des Deutschen Esperanto-Bundes gab es unvorhersehbare Verzögerungen. "Wir wollten eigentlich schon vor einigen Jahren in Berlin Flagge zeigen" erläuterte der Vorsitzende Dr. Rudolf Fischer, "aber der Brand in der Nacht vom 6./7. September 2005 hat uns um Jahre zurückgeworfen. Damals war der Dachstuhl des 1880 gebauten Hauses in Flammen aufgegangen und durch die Löscharbeiten waren auch die darunterliegenden Stockwerke in Mitleidenschaft gezogen worden.

    Der Deutsche Esperanto-Bund bezieht Räume im Erdgeschoss, die neben üblichen Büroarbeiten auch andere Nutzungen erlauben. So wird es Esperanto-Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene geben und die Bibliothek der Esperanto-Liga Berlin - eine der größten privaten Sammlungen von Esperanto-Literatur weltweit - steht der Öffentlichkeit zur Verfügung. Auch weiterhin wird das Haus in der Gastgeberliste von "Pasporta Servo" aufgeführt, so daß sich Esperanto-Freunde mit knapper Reisekasse auf einen preiswerten Schlafplatz in der deutschen Hauptstadt verlassen können.
    Zur offiziellen Eröffnung am Samstag, den 4. April 2009 werden die Mitglieder des Bundesvorstands des Deutschen Esperanto-Bundes in der Einbecker Straße 36 erwartet. In einem kleinen Festakt wird eine Tafel an der Straßenfront enthüllt, die der Öffentlichkeit zeigt, welche Esperanto-Verbände und Gruppen beschlossen haben, in Lichtenberg Quartier zu nehmen. Die Deutsche Esperanto-Jugend beispielsweise hat schon seit Monaten unter den erschwerten Bedingungen einer Baustelle ausgeharrt und wird die Räume weiterhin nutzen.

    Die festliche Einweihung ist für den Sommer 2009 geplant, wenn im Vorfeld des Esperanto-Weltkongrsses in Bialistok, der Geburtsstadt von Ludwig L. Zamenhof, der angrenzende "Zamenhofpark" mit internationaler Beteiligung eingeweiht wird.

    Lage und Anreise
    http://esperantoplatz.wikispaces.com/Esperanto-Haus

    Presse-Kontakt:

    Deutscher Esperanto Bund e.V.
    Einbecker Straße 36
    10317 Berlin
    Pressesprecher: Dr. Rainer Kurz
    Tel. +49 (0) 1 63 / 3873785
    Rainer.Kurz@esperanto.de
    http://www.esperanto.de

    Zu Esperanto in Berlin (Termine, Meldungen)

    http://eo-berlin.blog.de/

    Anfragen an
    esperanto@berlin.de

  • Bilder von der Yucatán-Halbinsel

    23. März 2009, 19:30 bis 21:00 Uhr

    Fachgruppe Esperanto

    Christiane Altrogge präsentiert Bilder von der Yucatán-Halbinsel (Mexiko).

    Christiane Altrogge prezentas fotojn pri la Yucatán-duoninsulo (Meksiko).

    ZENTRUM danziger50
    Danziger Str. 50
    10435 Berlin - Prenzlauer Berg

    Quelle: ND

    Dazu paßt ein Tequila "Esperanto", direkt aus Mexiko.

    http://www.tequilaesperanto.com/

  • Kurs 7./8. März in Berlin-Lichtenberg

    Esperanto-Kurs

    Dieser Kurs richtet sich nicht an reine Anfänger, sondern an diejenigen, die schon einmal in irgendeiner Form Esperanto gelernt haben und wieder einsteigen wollen.

    Auffrischabend (optional):
    Freitag, 6. März 20.30

    Kurs:

    Samstag, 7. März 2009: 10 h – 18 h

    Sonntag 8. März 2009: 11 h – 17 h

    Kosten (mit Lehrmaterial und Verpflegung) 20 €
    bis 26 Jahre 50% Rabatt.

    Ort:

    Esperanto-Haus (EG)

    Einbecker Straße 36
    10317 Berlin

    5 Minuten Fußweg vom S-Bahnhof Lichtenberg (S 5, S7, S75; U 5)

    Information und Formular für die Anmeldung

    Fragen beantwortet Felix unter 0 30 / 25 01 44 33 oder es gibt eine Antwort auf eine E-Mail an bero@esperanto.de

    Weitere Informationen

    Auswertung des Kurses im Januar 2009
    kanzlei-zesch.de/felix/Auswertung-Esperanto-Kurs-Berlin-Januar.pdf -

  • Es geht los

    Nach dem Reservieren der symbolischen E-Mail-Adresse

    esperanto@berlin.de

    jetzt der zweite Schritt: Der Blog als Vorstufe zum Newsletter.

Footer:

Die auf diesen Webseiten sichtbaren Daten und Inhalte stammen von Privatpersonen, blog.de ist für die Inhalte dieser Webseiten nicht verantwortlich.